aktuelle Stellungnahme der Ärzteinitiative zur DLR-Studie
anlässlich der VCD-Tagung vom 16.07.2004: 
"Wie schädlich ist Fluglärm - die DLR-Studie in der Kontroverse"

Die methodisch aufwändige Studie hat ihr Ziel, eine generelle Vorhersagemöglichkeit der Schädlichkeit des nächtlichen Fluglärms zu definieren, nicht erreicht. Mitten im Fluss der Daten sind Berechnungen und Ausführungen einfach abgebrochen.
Wortlaut der Presse:
"Es ist einfach nichts dabei herausgekommen als eine Verkürzung der Gesamtschlafdauer von 2 Minuten"


Die Kritik an der Studie wird u.a. durch folgende 5 Punkte belegt:

  1. keine Repräsentativität für den Querschnitt der Bevölkerung
    - Alter: 1/3 der Bevölkerung ist nicht berücksichtigt
    - FPI: jeder 4. Bewerber scheiterte aufgrund seiner Persönlichkeitsstruktur
    - durch die Anwendung der Ausschlusskriterien fanden mindesten 76% aller Männer und 78% aller Frauen keine Berücksichtigung (Prof. Greiser)
    - Der Einfluss der Selbstselektion durch die ausschließliche Testung Freiwilliger ist nicht abschätzbar (Prof. Greiser)
    - Diskrepanz zwischen Schlussbericht und Zwischenbericht

  2. Betrachtung der Störungen erfolgte nur auf der Makroebene
    -
    Die Orientierung der Lärmbeeinträchtigung am "Aufwachen" ist die Fixierung der Störungs-Erfassung auf der Makroebene
    - Mikroarousals ohne zusätzliche Aufwachreaktion werden nicht gezählt, sind aber klinisch relevant: Arousalzustände wirken grundsätzlich beeinträchtigend auf  Erholsamkeit und Tagesform

  3. Realitätsfremdes Lärm-Verteilungsmuster
    - gleichmäßige zeitliche Lärm-Einspielung im Labor entspricht nicht der Realität mit unregelmäßig verteilten Überflügen und Spitzen in der Zeit erhöhter Weckbarkeit zwischen 3.00 und 6.00 Uhr

  4. unausgewogene Auswahl der (freiwilligen) Probanden bzgl. der Lärm-Vorbelastung
    - im Labor betrug der Anteil der weniger vorbelasteten (freiwilligen) Probanden 68%, ziemlich oder sehr vorbelastet waren nur 12,5 %

  5. Unhaltbarkeit der These: es gibt einen Lärmbereich, der zu keinen messbaren Reaktionen auf Lärmereignisse führt
    - gilt nur für die Betachtung auf Makroebene (siehe Punkt 2.)


    siehe auch die Beiträge von Maschke und Greiser