Radio Bremen

Fluglärm ist ungesund
Samstag, 18. November 2006, 12.00 Uhr

Nächtlicher Fluglärm schadet einer Studie zufolge der Gesundheit. Je intensiver die Anwohner dem Fluglärm ausgesetzt sind, desto häufiger und mehr bekommen sie spezifische Medikamente verschrieben. Die Studie wurde am Vormittag im nordrhein-westfälischen Siegburg vorgestellt. Verantwortlich für die nach Angaben der Wissenschaftler weltweit größten Untersuchung zum Thema Fluglärm und Gesundheit ist der Bremer Epidemiologe Eberhard Greiser. Zwei Jahre lang hat er mehr als 8.000 Krankenakten von Anwohnern des Flughafens Köln-Bonn ausgewertet und mit Lärm-Messdaten verglichen. Das Ergebnis: Je intensiver die Menschen dem Nachtfluglärm ausgesetzt waren, desto häufiger verordneten ihnen Ärzte Medikamente zur Behandlung von Bluthochdruck sowie Schlaf- und Beruhigungsmittel und Antidepressiva. Auf Grundlage dieser Ergebnisse müsse die Politik die bisherigen Grenzwerte für Fluglärm neu überdenken, so der Wissenschaftler. Demnächst wird die Novelle des Fluglärmgesetzes im Bundestag beraten. "Sie beruht im wesentlichen auf alten Studien, von denen wir zeigen können, dass sie unzureichend sind", so Greiser. Die knapp 200.000 Euro teure aktuelle Studie hat das Umweltbundesamt, der Rhein-Sieg-Kreis und eine regionale Ärzteinitiative finanziert.